26.09.2010

Werkstattverfahren: Was wollen die Bürgerinnen und Bürger?

Die Ergebnisse der ersten Workshop-Phase in der zahlenmäßigenÜbersicht

diagrammHassee/Hasseldieksdamm: Die Bürgerinitiative gegen die Uhlenkrogrampe legt eine zahlenmäßige Auswertung der Workshopergebnisse vor.
Mittlerweile liegen zum ersten Werkstattverfahren “Verkehrsentlastung der Stadtteile Hassee und Hasseldieksdamm” vom 28.11.2009 das Fotoprotokoll sowie die Auswertungsmatrix vor. Während das erste Dokument die bloßen Fotos der Gruppenarbeiten bietet, die Auswertungsmatrix hingegen die ersten Schlüsse zieht, hat die Bürgerinitiative gegen die Uhlenkrog-Rampe einen anderen Ansatz gewählt.

Eine transparente Auswertungsmethode zeigt das zahlenmäßige Meinungsbild des Workshops

Das gesamte Dokument erhalten Sie hier: [klicken]

In einer transparenten Prozedur wurden durch unabhängig voneinander arbeitende BI-Mitglieder die Poster (s. Fotodokumentation) des ersten und zweiten Durchganges akribisch ausgewertet: Sämtliche Problemhinweise und Vorschläge der Poster wurden erfasst und einer Kategorie zugeordnet (eine Übersicht über die verwendeten Kategorien finden Sie im Anschluss).

Fast fünfhundert Items kamen auf diese Weise zusammen. Sie verteilen sich auf verschiedene Kategorien, allerdings in unterschiedlicher Häufigkeit:

Auswertung_WS_1_2

Abbildung 1: Die prozentuale Verteilung der Ergebnisse (Phase 1+2) auf die Kategorien (N=455) Quelle: BI gegen die Uhlenkrog-Rampe

Was sind die wirklichen Themen und Probleme der Bürgerinnen vor Ort?

Deutlich wird, dass die Probleme und Lösungen tatsächlich bei dem Thema liegen, bei dem es im Workshop ging: Verkehrsentlastung und Lärmschutz.  Allerdings nicht in Form der “Uhlenkrog-Rampe”, die seitens des Tiefbauamtes ehedem noch als geeignete Maßnahme ins Feld geführt wurde. Die qualitative Betrachtung der Bürger-Vorschläge zeigt ja gerade, dass für die Workshop-Zielsetzung: Verkehrsentlastung vielmehr eine Kombination vieler kleinräumiger Maßnahmen sinnvoll wäre.
Andersherum zeigt sich die fehlende Akzeptanz für die Uhlenkrog-Rampe auch deutlich in der zahlenmäßigen Auswertung: Mit knapp einem Prozent ist dieser Lösungsvorschlag kaum mehr nennenswert. Auch die Frage nach der Entlastung des citti-Parks – ein Punkt, der von den Befürwortern der Rampe ja immer betont wurde -  ist nicht signifikant. Mit nur elf Prozent rangiert dieses Thema etwa gleichauf mit der Forderung nach dem ÖPVN oder der Verkehrswegesicherung.
Ganz anders die Themen Verkehrsberuhigung, Lärmschutz und Verkehrssicherung sowie der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) die den Löwenmanteil der Problematik ausmachen.

Fazit: Verkehrsentlastung muss weiterhin Ziel der Bürgerbeteiligung bleiben!

Auch wenn die Moderatorinnen des Workshops lieber eine Vielzahl von Einzelstimmen gleichberechtigt nebeneinandergestellt sehen würden: Die zahlenmäßige Auswertung zeigt doch ein deutliches Meinungsbild. Gab das Streitobjekt “Uhlenkrog-Rampe” zwar Anlass zu einer breiten Bürgerbeteiligung, so hat sie als Vorschlag zur Verkehrsentlastung endgültig ausgedient.  Statt sich länger mit dem Für und Wider dieses Projektes aufzuhalten, haben die Bürgerinnen und Bürger klar aufgezeigt, wo es in ihren Stadtteilen tatsächlich hapert.

Nimmt man das Thema des Workshops – und seinen politischen Anspruch: echte Bürgerbeteiligung – ernst, zeigt sich dieses Bild: Nicht ein Großprojekt, sondern eine Vielzahl kleinerer Maßnahmen zur Verkehrsentlastung, zum Lärmschutz, zur Verkehrssicherung und zum ÖPNV erscheinen als praktikable und akzeptierte Lösungen.

Diesen Faden sollte der zweite Teil des Workshops unbedingt wieder aufnehmen und sich vom rückwärtsgewandten Rampen-Trauma-Workshop zum produktiven Verkehrsentlastungs-Workshop weiterentwickeln. Wie es ja der offiziellen Zielsetzung entspricht. Die Bürgerinnen und Bürger haben es vorgemacht. Verwaltung und Politik (nicht nur die regierende Ratsmehrheit!) müssen nun zeigen, dass auf diesem Weg folgen können.

ANHANG: Die Kategorien mit inhaltlicher Erläuterung:

Lärmbelastung/Lärmschutz

alles, was im Zusammenhang mit verkehrlicher Lämbelastung und –schutz, z.B. entlang A215, B76, Hofholzallee usw. steht

Uhlenkrog-Rampe

Forderung einer direkten Anbindung des Uhlenkroges an die A215/an den Mühlendamm (Großlösung)

Verkehrsbelastung/Verkehrsberuhigung

alles, was in Zusammenhang mit hohem Verkehrsaufkommen und entsprechenden Verkehrsberuhigenden  und regulierenden Maßnahmen steht (insbesondere im Bereich Hofholzallee/Hasseer/Saarbrückenstraße)

Gefährdung/Sicherung schwächerer Verkehrsteilnehmer

alles, was in Zusammenhang mit Gefährdung und Sicherung von Schulwegen, Fußgängern und Radfahrern steht

citti Verkehrsbelastung/Entlastung durch singuläre Anbindung

direkte, singuläre Lösung = Anbindung an A215/B76 ohne die Einbeziehung des Uhlenkroges

Problembereich Russee/Russeer Rampe

alles, was mit der Problematik des Verkehrserzeugers Stadtteil Russee im Zusammenhang steht

Verbesserung ÖPNV/Fahrradverkehr

alles, was der Verbesserung der Infrastruktur, Fahrpläne für alternative Verkehrsmittel zum Auto (Fahrrad ÖPNV) dient

Meinung/Propaganda

alles, was pure Meinungsäußerung, politisches Statement, und Frustablassen ohne Auswirkung auf die konstruktive Ergebnisfindung im Rahmend er Workshopzielsetzung  ist

Sonstiges

was sonst nirgendwo hinein passt

Tabelle 1: Inhaltliche Darstellung der Kategorien Quelle: BI gegen die Uhlenkrog-Rampe

Kommentare

[...] Wie steht es aber um die Verkehrsentlastung der Wohngebiete, die ja ein wichtiges, wenn nicht das wi… Bei der objektiven Bewertung der Ergebnisse hilft ein Dokument zu Verkehrszahlen weiter, das vom Tiefbauamt herausgegeben wurde und Aufschluss über die derzeitigen und kommenden Verkehrsverhältnisse sowie die Auswirkungen der unterschiedlichen Modelle gibt: [...]

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